1. Adventsonntag B

Adventsonntag
bleibt wach



Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist (Mk 13:33). Mit diesen ermutigenden Worten lädt der Evangelist Markus die christliche Gemeinde in Jerusalem ein zu starkem Glauben, besonders in Verfolgungssituationen. Mit diesen gleichen Worten lädt uns der 1. Adventssonntag ein, wachsam zu sein und auf die Ankunft des Herrn zu warten. „Advent ist zunächst Warten, Erwarten“.

Advent ist eine Zeit des wachenden Wartens, nicht schlafenden Warten. Wachsam sein hilft uns Menschen, viele Gefahren im Alltagsleben zu vermeiden.
Die Unachtsamkeit des Volkes Israel, Sünde des Volkes Israel, verursachte vor tausenden von Jahren die Vernichtung der Tempel Jerusalems. Die Sünden vieler Priester und Könige brachte Schaden in der Sünde und Strafe Gottes über das Volk. Die Unachtsamkeit und Unwachsamkeit führt zu vielen Katastrophen und vernichtet viele Gesellschaften.
Es wurde gesagt und bestätigt, dass, wenn die Leute in Ost Asien rechtzeitig vor Erdbeben oder Tsunami gewarnt worden wären, eine große Katastrophe im Jahr 2005 verhindert hätte werden können. Ebenso hätte eine größere Katastrophe und große Verluste von Menschenleben vermieden werden können, wenn die Leute in New Orleans in USA rechtzeitig von den starken Orkanen und Fluten gewusst hätten. Viele Unfälle könnten wir vermeiden, wenn wir wachsam und umsichtig wären. Tausende Unfälle im Straßenverkehr zeigen uns, dass Unachtsamkeit und Unvorsichtigkeit oft die Ursache sind.
Seht euch also vor, und bleibt wach! Was bedeutet Wachsamkeit, wachsam sein? – Wie verstehen wir dies konkret in unsrer Lebenssituation? Wach bleiben bedeutet nicht unbedingt, ungebrochene Nachtvigil zu halten oder immer in der Kirche zu bleiben im Gebet und Lobpreis, sondern es ist eine Einladung, in unserem Leben Verantwortung zu übernehmen und zu erfüllen.
In diesem Sinne interpretiere ich die Worte des Evangeliums im Zusammenhang mit unserer Verantwortung für Gott und unseren Mitmenschen. So gesehen bedeutet wach bleiben Erfüllung unserer Verantwortung gegenüber Gott und der Natur, Verantwortung für die Bedürfnisse unserer Mitmenschen, unserer Familie und unserer Stadt, in der wir leben, zu übernehmen. Wach bleiben bedeutet, von Gott gegebene Verantwortung zu übernehmen und wachsam Gottes Stimme zu hören. Unsere Unverantwortlichkeit heute ist das morgige Desaster, die morgige Vernichtung.
Unverantwortliche Nutzung der Natur und ihrer Ressourcen führen die Menschheit zu großen Naturkatastrophen wie Fluten, Stürme und Trockenheit. Unverantwortliche Nutzung des Reichtums dieser Welt führen heute die ganze Welt zur größten Finanz- und Wirtschaftskrise aller Zeiten, was wir täglich erfahren. Unverantwortliche Nutzung des Amtes von Politikern und Regierenden führen viele Nationen in Entwicklungsländern wie Afrika und Asien und ihre Bürger zu Katastrophen, Hunger, Not und Krankheiten (z. B. Simbabwe). Eine schlechte Politik oder Regierung verursacht eine schwache Nation. Unverantwortliche Ausübung einer religiösen Führung kann auch heute viele Orden vernichten. Eltern, die der Verantwortung für ihre Kinder nicht gerecht werden, führen ihre Kinder in ein Leben voller Probleme. Ein Pfarrer oder Seelsorger, der seiner Verantwortung nicht gerecht wird, verursacht eine schlechte Gemeinde. „Wie der Pfarrer, so die Gemeinde“.
Die Worte des Evangeliums, „Seht euch also vor, und bleibt wach“ bedeutet, uns unsere Verantwortung für Gott, für die Natur und für unsere Mitmenschen bewusst werden zu lassen.
Lasst uns wachsam sein und aufmerksam Gottes Wort hören und uns auf die Ankunft des Herrn vorbereiten. Advent ist deshalb eine Zeit der Wachsamkeit, der Bereitschaft, Gottes Wort zu hören. Advent ist eine Zeit, auf Gott und seine Ankunft zu warten, wie der Knecht auf seinen Meister wartet.

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